Das Leben ist eine Reihe von Begegnungen. Einige Begegnungen vergisst man bald wieder, andere wiederum haben das Potential, unser späteres Leben zu beeinflussen und prägen unser Weltbild, unser Wertesystem und unser Verhalten.
Die wohl allererste Begegnung, die man im Leben macht, ist die Begegnung mit den Eltern, danach folgen andere Familienmitglieder – Geschwister, Großeltern, Tanten, Onkels, Cousins und Cousinen… Später lernt man Gleichaltrige kennen – in der Sandkiste, im Kindergarten, in der Schule – und mit ihnen neue Autoritäten – Lehrer, Erzieher, Pädagogen… Hinzu kommen mediale Begegnungen mit den Schauspielern, Sängern, Moderatoren… Sie alle haben das Zeug dazu, uns ihren Stempel aufzudrücken. Die wenigsten schaffen es, aufgrund der großen Zahl potentieller Heilsbringer, Vorbilder und Idole… Konkurrenz belebt das Geschäft!
Die Begegnung, die mich wohl am meisten geprägt hat in meinem Leben, war die Begegnung mit einem Buch. „Das Tao ist Stille“ ist das Werk des amerikanischen Mathematikers Raymond Smullyan und war für mich zwar nicht die erste Begegnung mit der faszinierenden Welt der antiken chinesischen Philosophie, jedoch das Buch, was mir den Einstieg in den Daoismus ermöglichte, da der Autor – ein moderner westlicher Mensch – es verstanden hat, den Daoismus mit viel Liebe und Humor auch für uns, in der westlichen Kultur verankerte Menschen, nicht nur verständlich, sondern auch schmackhaft zu machen.
Aber was ist denn dieses Dao, von dem Smullyan schreibt?
Dao De Jing – das Werk des legendären Begründers des Daoismus Lao Tzu (老子) – beginnt mit den schwer verständlichen Zeilen:
Das aussagbare Tao
ist nicht das ewige Tao.
Der nennbare Name
Ist nicht der ewige Name.
Das Namenlose ist der Anfang von Himmel und Erde.
Das Namen-Habende ist die Mutter der abertausend Wesen.
(Übersetzung des Zen-Meisters Wolfgang Kopp)
Nun wie sollen wir das verstehen? Nehmen wir die Erläuterungen von Dr. Hilmar Klaus zur Hilfe. Er gibt den Sinn der ersten beiden Strophen des Dao De Jing auf seiner Website www.tao-te-king.org folgendermaßen wieder:
Ein Dào, das man erklären könnte, wäre nicht das zeitlose Dào. Begriffe, die man begreifen kann, sind keine zeitlosen Begriffe. Unbegreiflich ist der Anfang der Welt, begreiflich nur als der abertausend Dinge Ursprung.
Mit diesen Erläuterungen geht die Vorstellung vom Dao als Sinnbild des Transzendenten einher, das unbeschreiblich, unbegreiflich und zeitlos ist. Also von alledem, was sich unseren Sinnen und unserem Verstand entzieht.
Dao als Sinnbild des Transzendenten ergibt sich unmittelbar aus der Tatsache, dass das Universum in all seiner Komplexität, in der Fülle seiner Erscheinungsformen nicht wahrgenommen werden kann, weder direkt mithilfe unserer Sinnesorgane, noch durch Verwendung technischer Hilfsmittel. Das ist ein Fakt (Woher kommen sonst die Lücken in der Wissenschaft, viele von denen nach wie vor nicht geschlossen werden konnten oder im Gegenteil neu hinzugekommen sind?) und Dao ist lediglich die Bezeichnung all dieser Phänomene, die sich unserer Wahrnehmung entziehen und dennoch die Rahmenbedingungen für die empirisch erlebbare Welt bilden.
Ein leuchtendes Beispiel für ein solches Phänomen ist die Existenz so genannter Dunkler Materie, die zwar nicht direkt beobachtbar ist, da sie keine elektromagnetische Strahlung aussendet oder absorbiert, dennoch mit sichtbarer Materie durch Gravitation interagiert und im Rahmen anerkannter Theorien und Modelle zu richtigen Rechenergebnissen führt.
Ein weiteres Beispiel ist die Vorstellung von einer mehrdimensionalen Raumzeit, wie sie von der modernen Physik vertreten wird. Die Raumzeit ist ein abstrakter Begriff, eine Entität, deren Eigenschaften zwar ansatzweise (in bestimmten Situationen) mathematisch beschrieben werden können, die jedoch nicht direkt erlebbar ist. Albert Einstein schreibt der Raumzeit die Eigenschaft sich durch Masse krümmen zu lassen zu. Stephen Hawking beschreibt in seiner quantenmechanischen Interpretation der Schwarzen Löcher die Fähigkeit von Elektronen und Positronen paarweise aus dem Vakuum, also direkt aus dem Raumzeitkontinuum heraus zu entstehen. Dieses Phänomen wird unter den Wissenschaftlern unter dem Begriff „Hawking-Strahlung“ zusammengefasst. Ferner dient die Raumzeit offenbar als Medium für die Verbreitung elektromagnetischer Wellen im Vakuum, bzw. im interstellaren Raum.
Man sieht anhand dieser Beispiele, dass es offenbar Etwas gibt, was sich weder beschreiben, noch direkt erleben lässt und dennoch das Universum zusammenhält und seine Existenz ermöglicht, ewig ist – weil jenseits der Zeitrechnung, denn die Zeit ist nur ein Aspekt von ihm – und allgegenwärtig.
Solche Phänomene lassen sich mit dem Wort Dao beschreiben, sie sind aber nicht das Dao.
Spätestens seit der Sprachkritischen Wende in Philosophie und Wissenschaft, die unter ihrer englischen Bezeichnung Linguistic Turn einem breiten Publikum bekannt ist, kann man sagen, dass die Vorstellung des „Dinges an sich“ – diesen Begriff führte der deutsche Philosoph Immanuel Kant in seinem Werk „Kritik der reinen Vernunft“ in Anlehnung an die antiken Begriffe kath’auto (gr.) und per se (lat.) ein – überholt ist. Heutzutage glauben die Wenigsten daran, dass es das Gute an sich, das Schöne an sich oder das Rote an sich gibt. Dennoch lassen sich bestimmte Dinge mit den Adjektiven gut, schön und rot in Abhängigkeit vom Standpunkt des Betrachters beschreiben. Wer mir nicht glaubt, dass es kein allgemeingültiges Rot gibt, möge ein kleines Experiment durchführen: Man nehme eine Blaue Lampe und stelle sie in die Abstellkammer. Danach nehme man einen roten Ball, schließe sich in der Abstellkammer ein und mache die Lampe an. Welche Farbe hat denn nun der Ball? Und was ist Rot überhaupt? Genauso verhält es sich mit dem Dao. Man kann die Raumzeit mit dem Wort Dao beschreiben, als ein gewisses unbegreifliches, unerlebbares Etwas, was die Weltordnung grundlegend bestimmt, aber eine Aussage wie „Raumzeit ist Dao“ oder gar „Dao ist Raumzeit“ zu treffen ist vom Prinzip her falsch.
Nun stellt sich für einen westlich geprägten, im christlichen Kulturkreis aufgewachsenen Menschen früher oder später die Frage: Wie verhält es sich denn mit Dao und Gott? Wie lassen sich diese beiden Begrifflichkeiten auf einen Nenner bringen?
An dieser Stelle gibt es zwei mögliche Herangehensweisen, sofern man an Gott glaubt. Der Glaube kann naiver oder metaphorischer Natur sein. Der naive Glaube basiert auf Wunschvorstellungen. Gott im Sinne des guten aber strengen Himmelsvaters dient als Ersatz der fehlenden Autorität der Eltern im Erwachsenenalter. Hier findet allmählich der Übergang des Über-Ichs von der realen Instanz der Eltern auf die imaginäre höhere Instanz Gott. Derjenige, der dem naiven Glauben verfallen ist, neigt dazu, die Bibel mit all ihren Wundern und Widersprüchen wortwörtlich zu nehmen. Er versteht Gott als ein allmächtiges Wesen, als ein Individuum, das das Schicksal des Menschen und des Universums fest in seiner Hand hält und allumfassende Liebe für seine Schöpfung hegt. Wenn man einen Menschen fragt, der an Gott auf diese naive Art und Weise glaubt, wie denn der allmächtige liebende Himmelsvater das Leiden und das Böse in der Welt dulden kann, wird meistens auf die menschliche Willensfreiheit verwiesen. Eine eindeutige Lösung für dieses Theodizee-Problem gibt es nicht. Wenn wir uns dem Theodizee-Problem vom Standpunkt des Daoismus aus nähern, müssen wir zunächst eine der grundlegenden Eigenschaften von Gott negieren: Entweder ist Gott nicht unendlich gut oder nicht allmächtig. Hier möchte ich ein interessantes Paradoxon aufführen, das ich zum ersten Mal übrigens bei Smullyan gefunden habe, nämlich folgende Frage: „Kann der allmächtige Gott einen Stein schaffen, den er selbst nicht im Stande zu heben ist?“ Auf diese Frage gibt es keine Antwort, denn entweder kann Gott einen solchen Stein nicht schaffen und ist allein deswegen schon nicht allmächtig, oder er schafft einen solchen Stein und ist nicht allmächtig, weil er ihn hinterher nicht heben kann. Die Existenz eines solchen „unvollkommenen“ Gottes ist durchaus mit dem Dao vereinbar. In diesem Falle wäre Gott nichts anderes als eines der „abertausend Wesen“, die das Dao hervorgebracht hat. Also eine Erscheinungsform des Dao, im Prinzip gleichberechtigt mit den zahlreichen Gottheiten und Geistern, die in China von den Daoisten verehrt werden oder mit den Göttern und Geistern des Shintō.
Der metaphorische Glaube geht allerdings viel tiefer. Man löst sich von all den Äußerlichkeiten der Heiligen Schrift und sucht im Verborgenen nach dem tieferen Sinn. Man kann Gott als eine Metapher verstehen, die das Prinzip des Bewusstseins wiedergibt. Und hier hat man zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten, je nachdem wie man das Bewusstsein definiert. Begreift man das Bewusstsein als eine Funktion der Materie, die wiederum aus dem Dao hervorgeht, sieht man, dass das Bewusstsein – und somit auch Gott – eine Entität dritter Ordnung ist: Dao bringt Materie hervor, Materie bringt das Bewusstsein hervor. Stellt dagegen das Bewusstsein eine Art Gegenentwurf zur Materie dar, so entspringt es dem Dao direkt und ist eine Entität zweiter Ordnung. Gott wäre somit eines der Hauptbestandteile der Natur und ebenfalls eine Erscheinungsform des Dao. Man muss aber nicht unbedingt Gott mit dem Bewusstsein gleichsetzen. Man kann auch versuchen, Belege dafür zu finden, dass es sich bei Dao und Gott um ein und dasselbe Prinzip handelt, indem man nach Gemeinsamkeiten in den Beschreibungen sucht.
Es gibt im Wesentlichen acht Kriterien, anhand welcher man Gott „identifizieren“ kann: Allmächtigkeit, Allwissenheit, Allgegenwärtigkeit, Zeitlosigkeit, Liebe, Güte, Gerechtigkeit und Schöpfertum.
Wie sieht denn das im Falle des Dao aus?
Ziehen wir doch wieder mal Dao De Jing zur Hilfe, um zu schauen, mit welchen Begriffen das Unbeschreibliche beschrieben wird.
Neben den bereits erwähnten Eigenschaften, die sich gleich im ersten Kapitel wieder finden – Nichtaussagbarkeit, Nichtnennbarkeit, Namenlosigkeit – findet man weitere interessante Details.
Kapitel 14:
Man schaut nach ihm und sieht es nicht,
man nennt es: unsichtbar.
Man horcht nach ihm und hört es nicht,
man nennt es: unhörbar.
Man greift nach ihm und fasst es nicht,
man nennt es: unfassbar.
Diese drei, man kann sie nicht fragend erforschen,
ineinander wirken sie als eines.
Sein Oben ist nicht hell,
sein Unten ist nicht dunkel.
Endlos, unaufhörlich,
nicht kann man es benennen.
Zunächst ist das eine Präzisierung dessen, was man bereits im ersten Kapitel erfährt: Dao entzieht sich unseren Sinnen (unsichtbar, unhörbar, unfassbar) und unserem Verstand (man kann es nicht fragend erforschen). Es ist endlos, ewig und man kann es nicht benennen. Diese Eigenschaften findet man auch in der westlichen Vorstellung von Gott: Zeitlosigkeit, Allgegenwärtigkeit.
Mit dem Namen ist es schon etwas schwieriger. Zwar hat Gott in der jüdisch-christlichen Tradition einen Namen – JHWH (יהוה) – dennoch soll er nicht bei diesem Namen genannt werden, sondern man benutzt Umschreibungen und nennt ihn Elohim (אלהים) oder HERR.
Zitat: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.“ [Exodus 20,7]
Das ist ein Hinweis darauf, dass das Kriterium der Namenlosigkeit auch in den westlichen Religionen ursprünglich eine wichtige Rolle gespielt hatte. Allerdings steht die Bezeichnung HERR im krassen Gegensatz zu der daoistischen Sicht der Dinge.
Im Kapitel 34 des Dao De Jing steht Folgendes:
Alldurchströmend ist das Tao,
in jeder Richtung gegenwärtig.
Die abertausend Wesen verdanken ihm ihr Leben,
und es entzieht sich ihnen nicht.
Es vollendet sein Werk
und nennt es nicht sein eigen.
Es kleidet und nährt die abertausend Wesen
und macht sich nicht zum Herrn.
Weil ewig nicht begehrend,
kann man es als klein bezeichnen.
Die abertausend Wesen wenden sich ihm zu,
und es macht sich nicht zum Herrn,
so kann man es als groß bezeichnen.
Schauen wir uns zwei weitere Kapitel an.
Kapitel 21:
Das Wesen des Tao:
Unfasslich, unbegreiflich.
Unfasslich, unbegreiflich,
es birgt in sich die Bilder.
Unfasslich, unbegreiflich,
es birgt in sich die Wesen.
Dunkel, unergründlich,
es birgt in sich die Lebenskraft.
Die Lebenskraft ist Wirklichkeit,
Ihr Inneres höchste Gewissheit.
Von Anbeginn bis heute
vergeht sein Name nicht,
es bewirkt den Anfang aller Dinge.
Kapitel 25:
Ein Wesen gibt es, unfassbar, vollkommen.
Es war schon vor Himmel und Erde da,
so still, so gestaltlos.
Allein beharrt es, unwandelbar,
alles durchdringend ohne Gefahr.
Man kann es die Mutter des Weltalls nennen.
Seinen Namen kenne ich nicht,
ich nenne es: Tao.
Im Prinzip findet man überall dieselben Begriffe, die sich auch auf Gott problemlos übertragen lassen. Ein interessanter Sonderfall ist die poetische Umschreibung Mutter des Weltalls. Während Gott in der westlichen Tradition als Himmelsvater dargestellt wird, spricht man im Daoismus von der ewigen Mutter.
Kapitel 6:
Der Geist des Tales ist unsterblich:
er heißt das dunkle Weibliche.
Des dunklen Weiblichen Pforte,
sie ist des Himmels und der Erde Wurzel.
Man sollte allerdings nicht den Fehler begehen und denken, dass durch die Bezeichnungen Mutter oder das dunkle Weibliche auf das Dao menschliche Eigenschaften übertragen werden. Das Dao ist weder männlich noch weiblich, doch hat Lao Tzu gemeint, dass es sich eher mit dem Wort weiblich als mit dem Wort männlich beschreiben ließe.
Dao wird nicht personifiziert, Gott dagegen schon und eben in dieser Personifizierung liegt der gravierende unterschied zwischen dem daoistischen und dem westlichen Denken. Während die grundlegenden Eigenschaften des Transzendenten – Allmächtigkeit, Allgegenwärtigkeit, Zeitlosigkeit und Schöpfertum – sich sowohl bei Dao als auch bei Gott wieder finden, wird die Anwendung der Kategorien Liebe, Güte, Gerechtigkeit und Allwissenheit auf Gott erst durch diese Personifizierung möglich. Auch wenn man in daoistischen Schriften hin und wieder Begriffe findet, die mit Liebe oder mit Güte übersetzt werden, auch wenn man den Zustand der Harmonie mit dem Dao als Tugend bezeichnet, entsprechen sie in keiner Weise dem, was man sich im Westen unter diesen Begriffen vorstellt und sie sollten eher mit dem Wort Natürlichkeit übersetzt werden.
Der wesentliche Unterschied liegt also nicht in den Kategorien, anhand welcher man versucht Dao und Gott zu beschreiben, sondern in der Personifizierung Gottes, die vermutlich aus dem Wunsch heraus entstanden ist, Gott den Unwissenden und Ungebildeten zu erklären. Es war für die Masse viel einfacher, sich einen Gott vorzustellen, auf den nicht nur menschliche Eigenschaften und Kategorien in ihrer extremen Form (allumfassende Liebe, unendliche Güte, absolute Gerechtigkeit) projiziert wurden, sondern auch Wünsche (Unsterblichkeit, Allmächtigkeit) und Ängste (ein Bild von Gott als vom strafenden Vater).
Diese Übertragung der menschlichen Aspekte auf Gott, die übrigens auch für das Heidentum typisch ist, findet im Daoismus nicht statt. Das liegt wohl daran, dass Daoisten keine Notwendigkeit darin sehen, ihren Glauben mit anderen zu teilen und schon gar nicht, ihn jemandem aufzuzwingen. Der Geist der Missionierung ist dem Daoismus fremd.
Zitat: „Um jeden Preis mussten die Christen Heiden und Atheisten von der Existenz Gottes überzeugen, um deren Seelen zu retten. Um jeden Preis mussten die Atheisten den Christen beweisen, dass ihr Glaube an Gott lediglich eine kindische und primitive Einbildung war, die der Sache des eigentlichen gesellschaftlichen Fortschritts ungeheuren Schaden zufügte. Also kämpften sie und rannten und schossen sich gegenseitig über den Haufen. Währenddessen sitzt der taoistische Weise ruhig an einem Fluss, hat vielleicht einen Gedichtband, Wein und sein Malzeug bei sich und genießt frohen Herzens das Tao, ohne sich je darum zu sorgen, ob es existiert oder nicht. Der Weise muss seine Kraft nicht auf das Tao verwenden; er ist vollauf damit beschäftigt, es zu genießen.“ [Raymond Smullyan in „Das Tao ist Stille“]